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Vorgeschichte

Gegen Ende des V. Jahrhunderts gerieten wahrscheinlich auch die Lander unter die Oberhoheit der ausgreifenden Franken. Sie wurden unter der Herrschaft Chlodwigs I., der vor Chlothar II. als letzter der Könige der Franken über das gesamte fränkische Reich regierte, eingegliedert. Zu dieser Zeit darf auch von einem beginnenden Übergang der fränkischen Stämme zum fränkischen Volk gesprochen werden.

Der Kleinstamm der Lander

Die Lander (lateinisch: Landoudioi) waren ein germanischer Kleinstamm, was aber nach unserem Verständnis zumeist eher ein großer Familienverband war. Sie siedelten ungefähr ab dem I. Jahrhundert an der Lahn im Bereich des heutigen Mittelhessen und wurden in der Geographie des Griechen Strabon unter der Bezeichnung Landi erstmals erwähnt. Noch im IV. Jahrhundert findet die Stammesbezeichnung in den unterschiedlichen Formen Langiones, Lanciones, Longiones und Logiones Erwähnung. In einem Sendschreiben Papst Gregors III. an Bonifatius aus dem Jahr 738 wird von mehreren Kleinstämmen auf dem Gebiet der Chatten berichtet, darunter auch von den Lognai im mittleren und oberen Lahntal.

Könige der Franken: Chlothar II.

Chlothar war erst drei Monate alt, als sein Vater Chilperich I. ermordert wurde. Mit 11 Jahren wurde er König von Neustrien. Im Jahr 600 erlitt er gegen die Könige der Franken aus dem Osten und Südwesten, Theodebert II. von Austrasien und Theoderich II. aus Burgund eine vernichtende Niederlage und sein Reich wurde auf einen kleinen Bereich im Nordwesten des heutigen Frankreichs dezimiert. In der Folge entzweiten sich die Brüder jedoch und führten untereinander Krieg , bei dem Theudebert unterlag und ums Leben kam. Theoderich verstarb bereits ein Jahr später auf dem Höhepunkt seiner Macht. Mit der ihm nun zuteilwerdenden Unterstützung mächtiger fränkischer Großer konnte Chlothar seine Rivalin Brunichild (Mutter von Childebert II.) und deren Urenkel Sigibert II. gefangennehmen und hinrichten lassen. Somit wurde er zum alleinigen König der Franken. 614 erließ er das Edictum Chlotharii und legte damit den Grundstein für den späteren Aufstieg der Hausmeier.

Könige der Franken: Dagobert I.

Dagobert (* um 608; † 19. Januar 639 in Épinay-sur-Seine) wurde 623 von seinem Vater Chlothar II. als Unterherrscher in Austrasien eingesetzt. Innenpolitisch konnte er das Reich nach dem Tod seines Vaters noch einmal vereinen, jedoch war er außenpolitisch nur bedingt erfolgreich. Zwar konnte er die Gascogne zurückerobern und die Bretonen erneut unterwerfen, aber dagegen steht der Verlust der sächsischen Tribute. Vor allem seine Niederlage 631 gegen den fränkischen Kaufmann und Slawenfürsten Samo (vermutlich) bei Wogastisburg schwächte das Fränkische Reich. Gleichwohl gilt er als letzter bedeutender König der Franken aus dem Geschlecht der Merowinger und wird in Frankreich noch heute als „bon roi Dagobert“ (Guter König Dagobert) verehrt. Der Grund hierfür könnte in seiner Freigiebigkeit den Armen gegenüber und reichen Schenkungen an die Kirche liegen. Nach seinem Tod gewannen die „Hausmeier“ immer mehr an Bedeutung, während die Könige selbst in der Folge eher „präsidial“ fungierende Staatsoberhäupter ohne echte Macht waren.

Die fränkischen Teilkönigreiche

Neustrien oder Neustria, war in der Zeit von 511 bis 737 der nordwestliche Teil des fränkischen Reiches zwischen Loire und Schelde


Austrasien, auch Austrien, bezeichnete den östlichen Teil des Fränkischen Reichs, der Name bedeutet Land im Osten. Austrasien war seit dem Tod Chlodwigs I. im Jahr 511 bis zu Pippin dem Jüngeren meist ein selbständiges fränkisches Teilkönigreich. Hauptstadt war zunächst Reims und später dann Metz. Anfangs wurde dieses Königreich daher auch als Reich von Metz bezeichnet, bevor sich ab 584 der Name Austrasien durchsetzte. Das Gebiet umfasste die fränkischen Gebiete um Rhein, Maas und Mosel. Zum Reich gehörten neben Metz aber auch die Orte Reims, Köln und Trier, sowie die Gebiete der besiegten germanischen Stämme. Unter dem ersten Teilkönig Theuderich I. war das anfangs nur Alamannien und später auch Thüringen und Bayern sowie der größte Teil des heutigen Hessen.

Die Karte zeigt das Erbe von Chlothar I., König der Franken, nach der Aufteilung im Vertrag von Andelot von 587
Teilung des Frankenreichs von 587

Burgund entstand nach der Eroberung des Zweiten Burgundenreichs 534 durch die Franken und stellte ab 561 bis zur Zersplitterung im IX. Jahrhundert eines der drei Kerngebiete des Frankenreiches dar. Regional umfasste es die Region entlang der Rhône, das heutige Südost-Frankreich sowie Teile der heutigen Schweiz.

Eine ausführliche Zusammenfassung der historischen Ereignisse und der Könige der Franken haben wir in den Chroniken veröffentlicht.

Quellen:

Patrick J. Geary: Die Merowinger – Europa vor Karl dem Großen, Verlag C.H. Beck, ISBN 3 406 49426 9

Sebastian Scholz: Die Merowinger, ‎ W. Kohlhammer GmbH, ISBN ‎3 170 17814 8

Wilhelm Niemeyer: Der Pagus des frühen Mittelalters in Hessen. Marburg, 1968. S. 169.

Reallexikon der germanischen Altertumskunde. Band 14. De Gruyter, 1999. S. 503 ff.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Droysens-20d.jpg (abgerufen am 18.10.2021)

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