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Für die Seite "Über uns" haben wir eine schöne Zeichnung eines fränkischen Gehöfts der Merowingerzeit gefunden
Rekonstruktion eines fränkischen Gehöfts (Quelle: Archäologie Online (Zeichnung: Friederike Hilscher-Ehlert / LVR), abger. am 18.10.2021)

Gerne erzählen wir etwas über uns und unser Hobby. Als kleine Gruppe von zehn Frauen und Männern stellen wir eine Familie in der Zeit des frühen VII. Jahrhunderts dar.

Der östliche Teil des Frankenreichs, in dem wir lebten, wurde Austrasien (auch Austrien) – Land im Osten – genannt. Wir gehören dem Kleinstamm der „Lander“ (lat. „Landoudioer“) an. Die Lander gehörten zu den Franken und wurden in der Geschichtsschreibung nur selten erwähnt. Ihr Siedlungsgebiet lag an der oberen und mittleren Lahn (heute etwa Biedenkopf – Marburg – Gießen – Wetzlar). Unklar ist, ob es sich bei den Landern tatsächlich um einen eigenständigen Stamm handelte. Möglicherweise waren sie ein Unterstamm der Chatten. Deshalb nennen wir uns Franci Logana – Franken an der Lahn.

Der Fluss bildete lange Zeit die Grenze zwischen Franken und Alamannen und gewiss hat auch dieses Volk Einfluss auf uns genommen. Die Ausgrabungen in unserer Region sind eher spärlich. Wir legen uns daher nicht auf die Darstellung eines bestimmten Grabes fest, stattdessen wählen wir unsere Ausrüstung aus belegten Funden, die zu dieser Zeit noch bzw. bereits genutzt wurden (Funddaten zwischen ca. 560 und 650).

Unser Leben im frühen VII. Jahrhundert

Unsere Familie bewohnte ein Gehöft, das aus einem großen Haupthaus (Wohnstallhaus) und mehreren Nebengebäuden bestand. Es gab beispielsweise weitere kleine Wohnhäuser, dazu Ställe für Rinder und Schweine, Ziegen und Schafe. Zum Hof gehörten weiterhin Grubenhäuser für Handwerk und Handarbeiten sowie Vorratshäuser. Auf einem derartigen Gehöft dürften bis zu 50 Menschen gelebt haben. Die Franken kannten kein Wort für „Bauern“, weil vom hohen Adel und dem Klerus abgesehen alle Menschen hauptsächlich Bauern waren. Naturgemäß gehören wir nicht zum Adel, leiden aber mit ausreichend Flächen für unser Vieh auch keine Not. Ackerbau wurde zu unserer Zeit nur in Maßen betrieben, trotzdem hatten wir natürlich auch Felder.

Wir sind „frei“ nach der Bedeutung von „nicht leibeigen“. Der Begriff „frei“ wird in Verbindung mit dem Mittelalter heutzutage zumeist im Sinne von „unabhängig“ missverstanden. Durch die germanischen Stammestraditionen und durch die immer noch vorhandenen römischen Einflüsse waren wir aber durch Eid an unseren König gebunden. Zu unserer Sippe gehörten auch Freigelassene und Sklaven.

Ihr wollt mehr über uns erfahren?

Wie wir genauer über eine gute Darstellung einer Sippe dieser Zeit denken, könnt ihr hier nachlesen. Ansonsten fragt uns gerne. Auch für Ratschläge oder Fundstellen sind wir euch dankbar und über Hinweise auf gute Literatur oder konstruktive Kritik freuen wir uns. Nutzt einfach das Kontaktformular oder Gästebuch. Denkt aber immer daran, dass das unser Hobby ist. Eine Antwort kann also auch mal etwas dauern. Im Mittelalter hatte man schließlich noch Zeit 😉

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